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| Vom Haarzelt zum Hochhaus – vom Wüstenschiff zum Cadillac |
| - „Orient in Öl“ - |
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| Eine Kreuzfahrt mit der AIDA CARA im persischen Golf |
| Vom 08.02. bis 15. 02. 2008 |
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| ......und es trug sich zu, dass der Sultan seine Blicke in der glitzernden Sonne über den Strand streifen ließ...Und siehe da: plötzlich trafen seine Augen auf einen Mann und eine Frau, Fremde beide und spärlich bekleidet obendrein. Kopfschüttelnd und einigermaßen schockiert näherte sich ihnen der Herrscher des Weihrauchlandes und fragte die beiden, warum sie denn bei dieser flirrenden Hitze und ohne den geringsten Sonnenschutz (von Schatten weit und breit keine Spur!) in dem heißen Sand lagen. Da antwortete der fremde Mann lachend: „Uns kann es gar nicht heiß genug sein! Wir kommen aus Deutschland!“ |
| „Beim Barte des Propheten!“ staunte der Sultan, „Diese Leute müssen verrückt sein! Oder sie schlottern zu Hause so sehr in der Kälte, dass sie es genießen, sich hier aufwärmen zu dürfen!“ Und während er sich noch wunderte, bedachte ihn Allah – gepriesen sei sein Name – mit einer zündenden Idee: T O U R I S M U S ! |
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| Nicht, dass der Sultan Herrscher über ein sehr armes Land gewesen wäre. Immerhin hatte der Allmächtige auch ihn und seine Untertanen mit dem kostbaren Erdöl gesegnet. Doch der Sultan war nicht dumm, und schon gar nicht rückständig. Schließlich hatte auch er als Student einige Jahre im kalten Europa zugebracht, (und wahrscheinlich dort ebenfalls gefroren), und er wusste: der „ölige“ Segen Allahs, Erdgas inklusive, würde eines Tages versiegt sein, so wie das Wasser in der Wüste nach einem der seltenen Regengüsse im Nu versiegt. Also setzte er auf die Reiselust der Leute, insbesondere der Europäer, kurbelte unverzüglich den Tourismus in seinem Land an – wie die übrigen Golfstaaten auch – und so kam es, dass auch wir an einem sonnigen Februarmorgen nach einem gut 5-stündigen Flug in Dubai landeten, um an Bord der AIDA zu gehen, welche stolz und schön im Rashid-Hafen vertäut war. |
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| Nicht umsonst ist dieses Schiff mit seinen großen aufgemalten Augen und dem aufgemalten roten Mund an seinem Bug berühmt: Zum einen ist die AIDA mit ihren 10 Decks wirklich ein elegantes und geräumiges Schiff, wenngleich vonseiten der Gäste keinerlei Eleganz gefordert, ja noch nicht einmal vorausgesetzt wird. (Immerhin wird erwartet, dass die Herren zu den Mahlzeiten ihre zumeist unattraktiven Beine in langen Hosen verstecken!) Zum anderen sind ihre Büffets in den beiden Restaurants, die wir frequentieren (Es gibt noch ein drittes, exklusiveres) unbeschreiblich üppig und die Speisen raffiniert und meisterhaft zubereitet: von der einfachen Pellkartoffel bis hin zum Hummer, vom süßen Speiseeis bis zu den delikatesten Nachspeisen, von den verschiedensten Brotsorten, Konfitüren, Kuchen und Torten bis hin zu einer Vielfalt exotischer Früchte! Alle diese Köstlichkeiten sind auf das Geschmackvollste arrangiert. Das Auge vermag sie in ihrer prächtigen appetitanregenden Buntheit gar nicht auf einem Mal aufnehmen, geschweige denn der Magen! Und der noch nicht einmal innerhalb von sieben Tagen! Die Zweierkabine auf Deck 7, die wir beziehen, ist die größte und geräumigste, die mir bisher untergekommen ist. Die Air-Condition lässt sich „fein einstellen“ und ist lautlos. Eine Seltenheit! 1000 Passagiere vermag die AIDA aufzunehmen. Sie bietet neben einer Anzahl von Landausflügen auch Sportarten an, so Radeln (mit Besichtigung), Jeepausflüge in die Wüste, Tauchen, Golfen, Joggen, sich Trimmen und manches andere mehr, das ein Sportlerherz zum Schwitzen bringt! Und jeden Abend ist natürlich etwas los. Mit anderen Worten: Es ist eher ein Schiff für jüngere Leute! Auch Kinder sind an Bord, die ebenfalls beschäftigt werden. M. und ich, älteren Semesters wie man weiß, machen uns entweder selbständig oder schließen uns einem der angebotenen Ausflüge an. Dem abendlichen Remmi-Demmi sind wir weniger zugeneigt. Zum Glück sind auch noch weitere ältere Herrschaften an Bord, und wir können nette und unterhaltsame Bekanntschaften schließen. Der Infos, die in dieser Woche auf See auf uns einstürmen, sind so viele und so vielfältige, dass mir der Kopf schwirrt, und ich Mühe habe, einigermaßen Ordnung hinein zu bringen. |
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| Die christliche Seefahrt scheint mittlerweile fest in philippinischer Hand zu sein. Auf Kreuzfahrtschiffen begegnet man durchweg diesen freundlichen, hilfsbereiten guten Geistern aus dem fernen Osten, die sich ebenfalls auf der AIDA tummeln. Außerdem scheint bei ihnen, wie sich auch auf diesem Schiff später herausstellen wird, eine künstlerische Ader in den Genen verankert zu sein – zumindest, so weit sie sich in der Küche betätigen - denn kunstvoll zurecht geschnitzte und geformte zur Schau gestellte Gemüse und Früchte fordern uns staunende Bewunderung ab – und sie sind allemal ein Erinnerungs-Foto wert! |
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| Bereits beim Anflug auf Dubai zeigt sich dem Flugpassagier ein recht belebter Golf. Es herrscht ein reger Schiffsverkehr, und auch eine Bohrinsel lässt sich ausmachen. Dann erscheint endlich im leichten Dunst (eher Smog, hervorgerufen durch das Abfackeln auf den Ölfeldern): die eindrucksvolle Skyline der grauen bis dunklen Hochhäuser mit ihren klassischen oder hochmodernen eigenwilligen und in die Zukunft weisenden Architekturen. Auch der „Burj Dubai“, mit seinen 560 m das höchste Gebäude der Welt – noch nicht vollendet – ist schon auszumachen. Denn die Zukunft hat, wie man weiß, längst begonnen, und sie liegt dort, wo das schwarze Gold gefördert wird: im persischen Golf! Und das seit ihren Anfängen in den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts! Allein die Vereinigten Emirate – es gibt deren sieben, von denen die wichtigsten, bekanntesten und größten Abu Dhabi und Dubai sind, – die übrigen fünf sind eher Winzlinge mit für uns komplizierten arabischen Namen, die man sich nicht merken muss – allein diese Sieben also fördern 2,8 Millionen Barrel Öl pro Tag! Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen! Überhaupt muss man in dieser Region ganz andere Zahlendimensionen in sich hinein sickern lassen. „Millionen“ oder „Milliarden“ Rial oder Dirham (dortige Währungen) oder Dollar oder Euro als Investitionen sind geradezu lächerliche Summen! Man bewegt sich da schon eher im Bereich von Billionen und – man fasse es! – von Trillionen! Geld-Summen, von denen ich zum ersten Mal in meinem Leben höre! Nicht umsonst spricht man davon, dass die Golfregion als Finanzplatz New York den Rang ablaufen wird, wenn es denn nicht schon geschehen ist! Der Westen rückt in die zweite Reihe und ist wohl gerade dabei, es selbst zu merken! |
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| Bei der Ankunft auf dem Airport werden wir schon bei der Passkontrolle mit dem Erscheinungsbild dieser Allah-gefälligen Region konfrontiert: Alle einheimischen Männer ohne Ausnahme tragen auf Anordnung ihrer Herrscher die weiße Djiballa (Distascha, Mandaw), schon, um sie von den „Expats“, (den Expatriates, den Gastarbeitern also) zu unterscheiden, deren Anzahl bis zu 85% der Bevölkerung in den einzelnen Emiraten ausmacht. Weiß ist die Farbe der Reinheit – so Mohammed – und da es auch am Golf staubt, müssen diese langen blütenweißen Gewänder jeden Tag gewaschen und feinsäuberlich gebügelt werden! (Gleich versteht man, weshalb die Beduinen im Hinblick auf ihre „sandige Vergangenheit“ eher gelb, auch braun tragen!) In den einzelnen Emiraten sind sie – auch wenn sie in unseren Augen alle gleich aussehen – verschieden geschnitten. Namentlich der Halsausschnitt wird in jedem Emirat anders getragen: Stehkragen, halber Kragen, ohne Kragen, kurzer Schlitz unterhalb der Kehle...... Der Insider erkennt daran die Staatszugehörigkeit des jeweiligen Emiratis! Die Kefiye, das Tuch, weiß oder in verschiedenen Mustern rot oder schwarz kariert, wird mit einer Kordel auf dem Kopf gehalten, welche ursprünglich eine Kamelpeitsche war. Sollte man allerdings statt der Kefiye einen flachen Turban auf einem männlichen Haupt erblicken, so hat man es mit einem Beduinen zu tun. |
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| Selbstverständlich ist es den Männern erlaubt, westliche Kleidung zu tragen, wenn sie auf Reisen in westlichen Ländern unterwegs sind. Ich habe so meine Zweifel, ob diese Erlaubnis auch i m m e r für Frauen zutrifft????? |
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| Araber sind ernste Leute und strahlen einen in der Regel nicht an, wenn sie auch äußerst höflich sind. Die Frauen, die ebenfalls auf dem Airport Dienst tun, sind selbstverständlich in die dunkle, meist schwarze fußlange Abayah gehüllt und tragen die Schilah, ein dunkles Tuch, um den Kopf geschlungen. Immer wieder wird uns im Verlauf der Reise versichert, dass diese Tracht überhaupt nichts mit dem Islam zu tun habe und als Tradition anzusehen ist, der die Frauen auch folgen wollen (?)! Immerhin wird später in Oman von dem indischen Reiseführer (auch er ein Expat, natürlich) der Verdacht geäußert, dass dieses schwarze Übergewand (darunter wird selbstverständlich westlich-zivile, aber auch bunt bestickte Kleidung getragen) wohl in einigen Jahren aus dem Straßenbild der Städte verschwinden würde. Schon jetzt sei die Abayah in Oman und in Dubai enger geschnitten, sodass man bei den jungen Frauen darunter deren Körperformen erahnen könne. Ohnehin wird die „Verhüllung“ nur außer Haus getragen, und ich muss sagen, als ich später mit Hilfe kichernder weiblicher Emirati nach etlichem Anprobieren selbst in so eine Abayah geschlüpft bin und sogar mit der Schila mein Gesicht teilweise verhüllt habe, habe ich mich gar nicht so schlecht gefühlt! Bei dieser Gelegenheit ging mir sogar auf, in welch modischer Vielfalt diese Kleidungsstücke existieren. Wir sehen immer nur von Ferne das Kartoffelsack-Outfit, weil wir nicht genau hinschauen. Aber so furchtbar unelegant finde ich es jetzt nicht mehr. In diesen „sandigen Ländern“ ist die Abayah übrigens hinten oft länger geschnitten, sodass sie eine angedeutete Schleppe bildet, damit diese – so die ursprüngliche Bedeutung - die Fußspuren der in ihr im Sand dahinschreitenden Frau verwischt - zu ihrem persönlichen Schutz, wie sich denken lässt! So in Oman. Auch das „Kopftuch“, der Schleier, bietet eine Reihe von Variationsmöglichkeiten, es zu schlingen und zu knüpfen. Was die Gesichtsmaske anbetrifft – auch sie bekommen wir hier häufig zu Gesicht, und manchmal beobachten wir sie ja auch bei uns in Europa bei den Touristinnen aus dieser Region – so wurde sie von den Beduinenfrauen in der Wüste als Schutz gegen den Sand und den Staub getragen! Sie kann aus Gold, Silber, Stoff oder auch Pappe (!) sein und ist heute ebenfalls Tradition. Außerdem trugen sie lange Hosen, deren Knöchelbund stets bestickt war. |
| Die Mädchen sind ab dem 12. Lebensjahr gehalten, sich außer Haus zu verhüllen, denn in diesem Alter werden sie in der Regel geschlechtsreif bzw. es bilden sich ihre Körper-Formen aus! Bei dieser Gelegenheit möchte ich flugs anfügen, dass sich das durchschnittliche Heiratsalter in dieser Region zwischen dem 16. und dem 20. Lebensjahr bewegt. Die Beduinen, mittlerweile sesshaft geworden, heiraten noch heute nur untereinander...... und gehen selten an die Universität!!! |
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| In Dubai machen wir uns zunächst selbständig, denn unbedingt möchte ich das berühmte 7 Sterne Hotel Burj Al-Arab sehen. Wir nehmen uns eines der Taxis, die sich im Hafengelände aufhalten, und sind als erstes darüber verblüfft, dass der Wagen, als wir dieses verlassen, von einem Uniformierten gestoppt und durchsucht wird. Allerdings begnügt sich der Beamte damit, den Deckel des Kofferraums anzuheben und einen Blick hinein und dann auf uns zu werfen. Der Kofferraum muss also stets offen sein, will man nicht umständlich aussteigen und ihn selbst öffnen müssen! Später erleben wir dann jedes Mal, wenn wir in einem Ausflugsbus sitzen, dass Angehörige der Hafenbehörden, wo auch immer, diesen besteigen, um uns zu kontrollieren, indem wir ihnen unsere Bordkarte vorzuweisen haben. Diese Prozeduren sind im Zeitalter des Terrorismus jedoch nicht so bizarr wie die Geschichte eines Mitreisenden, der sich am letzten Reisetag in Dubai allein auf den Weg gemacht hatte, indem er sich zunächst mit dem uns stets zur Verfügung stehenden Shuttlebus in die Stadt hat fahren lassen, um nach ausgedehnten Spaziergängen zu Fuß zurückzukehren. Eine geschlagene Stunde lang hielten ihn in die Hafenbehörden fest – er saß sozusagen im Knast! Schließlich „zwang man ihn“ ein Taxi zu nehmen, welches man ihm orderte, und die 5 m (Meter!) in diesem Gefährt hinein in das Hafengelände zurückzulegen. Selbstverständlich nicht ohne behördliches „Filzen“ dieses Mietautos! Zu Fuß darf das Hafengelände keinesfalls betreten werden! |
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| Unser Taxler ist ein junger, hübscher, wortkarger Mann in westlichem Outfit, wohl auch ein Expat. Aus dem Autoradio höre ich eine eintönige männliche Stimme, welche während der gesamten Fahrt fortwährend in gleicher Tonhöhe vor sich hin spricht. Aus diesem „Gemurmel“ schließe ich, dass es sich um ein Gebet handeln könnte. Immerhin muss der fromme Moslem 5 mal am Tag beten, was er durchaus auch in Gedanken tun darf, wenn es ihm die Umstände verwehren, sich auf den Boden zu werfen und sich gen Mekka hin zu verneigen. Sollte ihm dies allerdings möglich sein, so benutzt der fromme Muslim übrigens oft ein Handy, welches ihm auf Knopfdruck die Richtung nach Mekka anzeigt! |
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| Das Superhotel Burj Al-Arab, am Golf gelegen, umgeben von üppigen Gärten und weichem Sandstrand, darf nur in Gesellschaftskleidung und dicker Brieftasche betreten werden. Von außen sieht es aus wie das Segel einer Dhau, jenes arabischen Segelschiffs, mit dem die Araber über die Jahrhunderte hinweg Fischfang, Perlenfischerei und Handel trieben, letzteren auch mit dem Lande Sind, dem damals weit im Osten gelegenen Land am Indus (heute Pakistan). Zu diesen kühnen Seglern gehörte jener Sindbad, der Seefahrer aus den Märchen von 1001 Nacht. Noch heute werden die Dhaus aus indischem Hartholz – meist Teak - gebaut und benutzt, wenngleich mit einem Motor ausgestattet und statt mit Sisal mit Nägeln zusammengehalten. So kann man mit ihnen insbesondere auf dem Creek, einem schmalen Meeresarm, der in die Stadt hineinreicht und das alte Dubai mit seinen Gold-, Silber und Gewürz-Soukhs von der Moderne trennt, herumschippern. Den Namen „Dhau“ erhielten sie übrigens von den Europäern, für die diese eleganten und wendigen Segler alle gleich ausschauten. |
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| Im Westen haben sich die entstandenen und die im Entstehen begriffenen Wunderwerke im Emirat Dubai inzwischen auch herum gesprochen, insbesondere die enormen Landaufschüttungen, welche in Archipele von Inseln angeordnet werden und werden sollen, sodass sie aus der Vogel- (oder Astronauten-?) Perspektive als 5 Km lange Palmen mit 17 Wedeln oder als Weltkarte (hier allein 250 Inseln!) zu erkennen sind. Noch wird an derlei phantasievollen Landaufschüttungen und Anpflanzungen mit Dampf gearbeitet. Ich werde sie hier nicht schildern, denn über diese Wunderwerke in dieser erdöl-gesegneten Region des Orients lässt sich in der entsprechenden Literatur viel ausführlicher nachlesen. Auch erwähne ich die über 200 Towers nur am Rande, bei denen zunehmend Chrom, Edelstahl und getöntes Glas als Baustoff dominieren, denn Beton verrottet in diesem Klima, in dem es im Sommer bei 80%iger Luftfeuchtigkeit bis weit über 40 Grad heiß werden kann, sehr rasch, wie wir hören – ebenso wie die zahlreichen Villen, Jachthäfen, die Paläste mit ihren Parks, die Moscheen und die Museen.....und die sündhaft teuren Appartement-Häuser, in die sich nur die Superreichen dieser Welt – Russen inklusive – einkaufen oder einmieten können! Immerhin bieten die Emirate eine phantastische Infrastruktur! Selbstredend ist auch Telekom hier vertreten! Kurz sei noch angemerkt, dass Eisläufer und Skifahrer auch in den heißen Emiraten nicht auf ihr Vergnügen verzichten müssen! Von anderen eleganten Sportarten, Golf zum Beispiel, mit einer Reihe von Plätzen, existent und noch geplant, gar nicht zu reden. „Dubai: Gigantomanie in der Wüste!“ Sagt man. |
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| Doch zurück zu unserem Stadtausflug. Unser freundlicher junger Mann taut allmählich auf und fährt uns zu all jenen Sehenswürdigkeiten, die wir zu betrachten wünschen. Schließlich setzt er uns auf unseren Wunsch hin vor einer eleganten Mall ab. 40 US-Dollars kostete uns der 2-stündige Ausflug. Preiswert also. |
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| In der kühlen kreuzförmig angelegten Mall mit ihren geschwungenen doppelstöckigen Arkaden, deren helle Säulen im Bereich der Sockel und der Kapitelle goldfarben abgesetzt sind, und mit ihren breiten Flaniergängen und Plätzen, auf denen hübsche Bänke zum Verweilen einladen, ist leider überhaupt nichts los. Wir spazieren über den kühlen mit hellgrauen Steinen eingelegten Boden, die sich hin und wieder mit solchen in Taubenblau und Ocker abwechseln, welche dann jeweils ein dekoratives Ornament bilden. Wir betrachten zwar hochelegante Schaufensterauslagen, die Geschäfte selbst sind jedoch geschlossen, denn die Siesta – so erfahren wir später – dauert in den Emiraten drei Stunden. Sie beginnt um 13 Uhr und endet um 16 Uhr. Als wir uns nach einer Wechselstube umsehen, da wir nicht mehr ausreichend Dollars für das nächste Taxi bei uns haben (wir hatten gelesen, dass in den Emiraten US-Dollars für den Zahlungsverkehr üblich seien, sofern man keine einheimische Währung eingetauscht hat), müssen wir enttäuscht feststellen, dass diese erst im gut zwei Stunden öffnen würde. In diesem Moment vermisst M. ihre Photo-Kamera! Sie ist untröstlich! Ich hingegen erinnere mich sofort an das fromme Gemurmel aus dem Autoradio und an die Frömmigkeit der gläubigen Muslime überhaupt und verspreche ihr, dass ihr unser Taxi-Freund ihre Kamera, die sie wohl versehentlich in seinem Wagen hatte liegen lassen, mit Sicherheit nachtragen würde! Selbst dann, wenn er ihr bis zum Schiff folgen müsste! In dieser frommen Gegend würde mit Sicherheit nicht gestohlen. In der Tat wurde uns im weiteren Verlauf unserer Reise wiederholt versichert, dass die Kriminalität in diesem Ländern äußerst gering sei, da es den Leuten allgemein gut gehe (und auch kein Grund zum Klauen vorläge!). Wobei anzumerken wäre, dass das Gesetz der Scharia, in Saudi Arabien üblich, in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Golf nicht gilt. Aber auch ohne die Androhung des Hand-Abhackens bei Diebstahl bin ich sicher, dass M. ihre Kamera wieder zurück bekommen würde! |
| Noch während wir einen anderen Taxifahrer dazu zu bringen suchen, uns für Euro zum Schiff zurück zu bringen, was ihn verwirrt, denn in der Schule war er in Mathe wohl keine Leuchte gewesen, weshalb er sich mit dem Umrechnen schwer tut, taucht unser freundlicher Taxler wieder auf, die Kamera triumphierend in der Hand....und er bringt uns auch wieder „heim“.... Für Euro und ohne Umrechnungsprobleme! Ein Hoch auf die frommen Muslime, und gesegnet sei Allah, der sie bei der Stange hält! |
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| Das Verschicken einiger Grußkarten an dem einzigen kleinen Postschalter im Hafenbereich nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass man ohne Weiteres hätte Wurzeln schlagen können, obgleich wir im Moment die einzigen Postkunden sind. Allein das Hervorkramen einiger Briefmarken aus unergründlichen Tiefen, das bedächtige Trennen der einzelnen Marken voneinander, deren sorgfältige (!) Befeuchtung und endliches Aufkleben vermag den ungeheuren Unterschied zwischen beschaulichem orientalischem Lebensrhythmus und westlichem Tempo nicht besser zu veranschaulichen! Mit dem Kleben allein ist es bei weitem auch noch nicht getan: Jede Marke muss durch etwa 5 kräftige Faustschläge sicher auf ihrer Unterlage fixiert werden! Die ganze Prozedur wird von einem freundlichen Lächeln begleitet! |
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| Aus traurigem Anlass war es uns am folgenden Tag nicht möglich, pünktlich in See zu stechen. Das Parken eines Sankas vor dem Eingang zum Deck 3 ließ nichts Gutes ahnen. Es dauerte und dauerte, bis wir uns endlich von Dubai für’s Erste verabschieden konnten. Kurz darauf wurden die an Bord mitreisenden Passagier-Ärzte, wie üblich, zu einem kleinen Empfang geladen. Gastgeberin war eine hübsche junge Kollegin, die gerade ihren Facharzt für Chirurgie gemacht hatte. Sie befand sich erst seit einigen Monaten an Bord und sah sich heute schon mit ihrem 2. Herzinfarkt konfrontiert. Sie und eine etwa gleichaltrige Allgemeinmedizinerin „managen“ zusammen mit 2 Krankenschwestern das Schiffs-Hospital, das wir natürlich besichtigten. Die beiden jungen Kolleginnen hatten gut zu tun, um den Schwerkranken zu stabilisieren und ihn im transportfähigen Zustand in eine Dubaier Klinik zu verlegen, wohin ihn die Allgemeinärztin begleitete. So lernten wir sie leider nicht kennen. Hier wäre einzuflechten, dass zwar der Kapitän als oberster Chef die absolute Kommandogewalt über ein Schiff inne hat, somit letztlich auch die ganze Verantwortung trägt, er jedoch bei Auftreten ernsthafter medizinischer Probleme in das zweite Glied zurück tritt, um sich den Anordnungen des Schiffsarztes zu unterwerfen, mag da kommen, was da wolle! Eine Woche später konnte ich übrigens in der Abflughalle des Dubaier Flughafens zwei eingegipste Unterarme ausmachen, von denen mir einer verdächtig nach einer Handwurzelfraktur aussah! Wie gut für diese beiden Patienten, dass wir eine Chirurgin an Bord hatten, die sich ihrer fachmännisch annehmen konnte! |
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| Nachdem wir nächtens die Strasse von Hormuz passiert und uns sodann nach Süden gewandt haben, erreichen wir am frühen Morgen im Golf von Oman den Hafen Mina Qaboos von Muscat in einer von kahlen Bergen umschlossenen Bucht an der Piratenküste. Der Name „Muscat“ (Mascat, Masqat) bedeutet: „Ankerplatz“! Er erinnert mich immer an das inzwischen in unserer Küche längst heimisch gewordene exotische Gewürz! Mit ein bisschen Glück lassen sich hier Delphine beobachten. (ich sah einen) Über 20 Arten von Delphinen und Walen soll es hier im Meer geben. Das Schiff scheint zur Freude des Lotsen eine Vollbremsung zu machen, denn es rumpelt mächtig, die Teller klirren und wir bibbern mit! Vor uns ragen kahle, braune, zerklüftete Berge in den morgendlichen Himmel, Ausläufer des Al-Hadjar-Gebirges, dessen höchster Gipfel eine Höhe von über 3000 m erreicht, welcher in den letzten „kalten Tagen“ – vor 4 Tagen herrschten –8 Grad und im Gebirge Schneefall! - von Schnee bedeckt war. Bar jeglichen Bewuchses erscheinen die Bergspitzen und die im Schatten liegenden Kare, Schluchten und Täler in der schräg einfallenden Morgensonne besonders plastisch, geradezu wie in sich gefältelt und aufregend. Diese Landschaft ist es, die mich hierher „gelockt“ hat! Endlich sehe ich dieses zerklüftete Wüstengebirge mit meinen eigenen Augen! Ich habe mich wiederholt in Wüsten, sowohl in Nordafrika, wie im Orient als auch in den USA aufgehalten. Und jedes Mal faszinieren mich diese absolut kargen, an ferne Planeten erinnernde Landschaften auf’s Neue. Sie sind für mich quasi die Bewusstwerdung der Einsamkeit des Menschen und der Grenzen seiner Existenz, sein Ausgeliefertsein in einer menschenfeindliche Öde und einem oft mörderischem Klima. Sind es die Fata Morganen, jene Luftspiegelungen, die eine trügerische Nähe einer Oase voller Dattelpalmen vorgaukeln? Sind es die kalten klaren Wüsten-Nächte in einer absolut reinen Luft, in denen die Sterne zum Greifen nah sind? Sind es Hunger und Durst, die oft zu Euphorien, gar zu Halluzinationen führen? Es sind jedenfalls die Landschaften, in denen die großen monotheistischen Religionen entstanden, oder - so kann man fast sagen - : Hier begegnet Gott unmittelbar dem Menschen! Sprach nicht einst Jehova zu seinem Diener Moses aus einem brennenden Dornbusch, als dieser in die Wüste geflohen war? Und hielt sich nicht Jesus 40 Tage in der Wüste auf? Und redete nicht Allah mit Mohammed, der auch nichts anderes kannte als Wüste? Wüste, ob in Hitze, Sand und Gestein, ob in eisiger Kälte in Eis und Schnee oder, wie es uns heutzutage geben ist, in der Unendlichkeit des Weltraums: Sie vermag in gewisser Weise eine „Gottes-Erfahrung“ zu vermitteln, oder – so denke ich – einen Zugang zur eigenen Seele zu eröffnen. |
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| Man muss sich klar machen, dass alle Golfstaaten einschließlich der gesamten arabischen Halbinsel und des Irak Wüstenstaaten sind. Gerade in dieser Region, die wir besuchen, wanderten die Beduinen Jahrtausende lang von Oase zu Oase, waren nie sesshaft, sondern wohnten in ihren Haarzelten. Sie lebten vorwiegend vom Handel, indem sie kostbare Waren vom tiefen Süden in den Norden und ebenso Kostbares vom Norden in den Süden transportierten. Dabei folgten sie uralten Karawanenwegen, die in gebirgigen Regionen, wie hier im Nordwesten Omans, durch Wadis, ausgetrocknete Flussbetten also, führten, welche allerdings bei heftigen Regenfällen durchaus zu reißenden Strömen werden können. Die modernen Autostrassen folgen häufig diesen uralten Wanderwegen der Menschheit, was nicht heißt, dass nicht auch sie bei heftigem Regen überschwemmt werden, wodurch immer wieder Tote zu beklagen sind. Im letzten Winter seien durch solche Überschwemmungen 1000 Personen umgekommen, hören wir! |
| Im Südosten, jenseits des Al-Hadjar Gebirges, dehnt sich die Sandwüste, in der die Sanddünen 10m, ja bis zu 150 m hoch werden! |
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| Oberhalb des Hafens lassen sich die beiden Festungen Jalali und Mirani ausmachen, die, obgleich von den Portugiesen zu Ende des 16. Jahrhundert als Schutz gegen die Türken erbaut, heute noch den Al-Alam-Palast des Sultans Quaboos, um 1970 in moderner Architektur aufgeführt, zu beschützen scheinen. Die Golfstaaten, ganz gleich, in welcher Form ihre Einwohner heutzutage regiert werden, standen unter osmanischer Herrschaft bzw. gehörten zu ihrem Einflussgebiet. Später waren sie den englischen Besitzungen einverleibt, einschließlich Irak und Kuweit, - außer Persien (heute Iran) natürlich - . Auch das Sultanat Oman gehörte bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts dem englischen Weltreich an. Das „Weihrauchland“, an dem wir angelandet sind, zählt sich nicht zu den V.A.E., den „Vereinigten arabischen Emiraten“. Regiert wird es von Sultan Qaboos bin Said, der 1970 gegen seinen Vater rebellierte und ihm die Macht entriss. |
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| Bei dieser Gelegenheit biete ich im Folgenden ein kleines Einsprengsel über die orientalischen Titel an, denen wir hier immer wieder begegnen: |
| Der Titel „Sultan“ kommt ursprünglich aus Afghanistan und bedeutet „Herrscher“. Sein Kronprinz ist der „Emir“. Heute ist der Emir allerdings selbst ein Herrscher, so z.B. in Katarrh, Kuweit und weiteren „Emiraten!“. |
| Sodann gibt es auch den Herrschertitel „König“, wie z.B. in Saudi Arabien, in Marokko oder in Bahrein. |
| „Scheich“ bedeutet eigentlich „alter Mann“. Heutzutage wird auch ein „Herrscher“ (Stammesführer) „Scheich“ genannt, der Titel kann aber auch „Religiöser Führer“ bedeuten. In der Wüste war ein Scheich ein „weiser Mann“. Seine Frau ist die „Scheicha“. |
| „Kalif“ bedeutet „(direkter) Nachfolger von Mohammed“. Als Titel ist er inzwischen nicht mehr im Gebrauch, als Eigenname jedoch geläufig. Wir kennen ihn aus den Märchen aus 1001 Nacht. |
| „Melek“ bedeutet entweder „König“ oder „Präsident“. |
| Alle diese Titel-Träger müssen Muslime sein, mit einer einzigen Ausnahme: Im Libanon nämlich ist der Präsident immer ein Christ und der Vizepräsident ein Muslim, was sicher ursprünglich mit der Zusammensetzung der Einwohner des Landes, oder aber mit der Machtfülle einzelner Religionsgruppen zu tun gehabt haben mag. |
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| Der Oman, der an die V.A.E., an Saudi Arabien und im Süden an den Jemen grenzt besitzt seit 1996 eine auf der Scharia (islamisches Recht) beruhende Verfassung. Es ist daher angezeigt, sich ordentlich zu benehmen!!!! Die Hauptstadt ist Muscat, und wir machen uns auf, sie zu erkunden. |
| Hier in Oman tragen die Polizisten Khaki und schwarze Kappen, die „übrigen einheimischen Männer“ (auch z.B. die Beamten der Hafenbehörden) auf Befehl des Sultans die Dschiballa (Distascha) und statt der Kefiye die „Kuma“, einen weißen Fez mit einem bandförmig eingewebten dekorativen Muster in braun oder einer anderen gedeckten Farbe. Jede Kuma ist handgefertigt! Oft ist die Distascha von brauner Farbe, die Farbe der männlichen Beduinen. Wird sie gegürtet getragen, so steckt im Gürtel eine Pistole (die Zeiten des Dolchs sind, so scheint es, vorbei). Auch der Beduinen-Turban fehlt nicht im Straßenbild. |
| Um es gleich vorweg zu nehmen: In Muscat sind die Taxis teuer. Deshalb sind die Sammeltaxis, wie überhaupt im Orient, sehr beliebt. Ein Liter Benzin kostet übrigens hier, wie auch sonst in den Golfstaaten, so um die 40 Euro-Cent. Davon können wir nur träumen..... |
| Inzwischen ist Muscat dank des Öl-Booms, der nach dem Erstfund (1964) 1967 begann, und dem der alte Sultan, so scheint es, nicht mehr recht Herr wurde, natürlich auch eine große Stadt mit berauschend schönen arabischen Architekturen, die durchweg in gleißendem Weiß oder ganz hellem Gelb erstrahlen! Die kubischen Häuser mit ihren von der klassischen arabischen Architektur inspirierten Fassaden, ihren immer wieder variierenden hohen Halbbogen-Fenstern und den vorgesetzten Säulen begeistern mich. Man hat den Eindruck: hier können sich die Architekten „ausleben“ und ihren futuristischen Träumen Gestalt geben! Keine langweilige Stadtlandschaft also! Breite Strassen – wie überall am Golf – gesäumt vorwiegend von Dattelpalmen, und viel englischer Rasen, kurzgeschoren und sauber gepflegt, wie es sich gehört! Ein Erbe der Engländer! Dazwischen bunte schmale Petunien-Rabatten. Das höchste Gebäude in Muscat ist 17 Stockwerke hoch. Heute darf kein Bauwerk mehr als 12 Stockwerke haben! Eine weise Entscheidung, wie ich finde, in dieser Welt des „Höhen-Gigantismus“. Bevor Sultan Qaboos, heute 68 Jahre alt, 1970 die Macht übernahm, hatte er 8 Jahre lang in Europa zugebracht, davon 2 Jahre in Deutschland. Nachdem die Araber von Haus aus ein ausgeprägtes Empfinden für Ästhetik haben, entwickelte sich bei ihm - so stelle ich mir vor – eine erfreuliche Verknüpfung arabischer Tradition und europäischer Prägung. |
| Natürlich gibt es auch hier eine Großmarkt-Kette: Lu-Lu ist sozusagen der ALDI von Oman! |
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| Auf der ganzen Reise fällt mir immer wieder die Vielfalt der eleganten Minarette auf: vom einfachen glatten, sich nach oben verjüngenden schlanken Türmen (selten) bis hin zu glatten bis aufgelockerten Verstufungen und filigranen „Krägen und Ummantelungen“ in ihrem jeweiligen oberen Anteil (sicherlich ursprünglich der „Rundbalkon“, von dem aus der Muezzin zum Gebet rief) entdeckt das Auge stets neue erstaunliche und bewunderungswürdige Variationen architektonischen Schmucks. Eine Moschee kann durchaus mehrere Minarette haben. Wenn man sich vorstellt, dass in diesem Wüstenland bis in die 60iger Jahre hinein mehr oder weniger kleine Fischer-Dörfer, Festungen, und kleinstädtische „Stützpunkte“ der jeweiligen Herren an der Küste und weit auseinander liegende Oasen-Städtchen mit jeweils winzigen Moscheen verstreut waren - wenn man von letzteren überhaupt von „Städtchen“ sprechen kann - so ist man von der Phantasie der modernen Architekten beeindruckt. |
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| Mit Ausnahme der Dattelpalme und der Wüstenakazie (Cedar-Semir), an welcher sich auch Kamele gütlich tun, sind alle Bäume eingeführt. Alle Pflanzen müssen in dieser Wüstenregion des Golfs 3 mal täglich bewässert werden! Ein Glück, dass es Entsalzungsanlagen gibt (7 l Meersalz liefert 1 l Süßwasser). Verschiedenfarbige Tankwagen fahren in Muscat durch die Stadt: sind sie blau, so enthalten sie Trinkwasser, die grünen transportieren das kostbare Nass für die Pflanzenbewässerung und die gelben das Abwasser. |
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| Der Baum der Wüste, besser der Oase, ist jedoch die Dattelpalme! Sie ist das Brot der Wüste und war immer ein Grundnahrungsmittel der Beduinen. Ein Überleben in dieser lebensfeindlichen Landschaft war in der Zeit der langen Wege in Hitze und Trockenheit nur mit Hilfe des Kamels und der Dattel möglich. Kamelfleisch und Datteln! Davon ernährten sich die Wüstenwanderer. Im Norden von Oman und an der Küste gibt es 157 Sorten von Datteln, in den Emiraten sind es 80 Sorten. |
| Bei der Geburt des ersten Kindes wird traditionsgemäß eine Dattelpalme gepflanzt. Nach drei Jahren trägt der Baum erstmals Früchte. Etwa 7000 Stück können pro Baum geerntet werden. Im Januar beginnen schon einige Dattelarten zu blühen. Doch da die Bäume entweder männlich oder weiblich sind, und da es hier keine Bienen gibt, müssen sie erst einmal mit der Hand bestäubt werden. Das dauert pro Baum etwa 2 Stunden! Man kann sich vorstellen, dass diese Prozedur nicht nur Ausdauer, sondern zuvörderst Kletterkunst und Schwindelfreiheit erfordert. Mit Hilfe eines Kletter-Stricks, der um den Leib des Palmen-Arbeiters und um den schlanken Stamm geschlungen ist, erreicht der in der Regel jüngere Mann die schwindelnde Höhe (wie uns ein pakistanischer Expat in Bahrein vorführen wird), indem sich das Seil jeweils in einer der Borken festkeilt, aus denen welke, längst abgestorbene Palmzweige entfernt worden waren. Die Ernte erfolgt Juli/August. 100 Jahre wird der Baum alt. Unter seinen schattenspendenden Wedeln kann ein weiterer Anbau anderer Früchte betrieben werden. |
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| Und wie verhält es sich mit den Weihrauchbäumen? Befinden wir uns nicht im Weihrauchland? Bekanntlich wachsen diese kostbaren Bäume im Süden, sodass wir hier keinen von ihnen zu Gesicht bekommen. Weihrauch gibt es seit 3000 Jahren. Schon in der Antike wurde er vom Hafen Salala, wo auch Sindbad zu Hause war, in das Industal ( das heutige Karatschi) verschifft. Auch die sagenhafte Königin von Saba hatte Weihrauch in ihrem Gepäck, als sie um 800 vor Christus den weisen König Salomon in Jerusalem besuchte. Weihrauchländer sind der Oman, der Jemen und Somalia, doch die wertvollsten Bäume befinden sich, laut Aussage des indischen Reiseführers, in Oman: Sie liefern den teuren und begehrten Silberweihrauch. Bekanntlich wird Weihrauch, dem eine antientzündliche Wirkung zugesprochen wird, in der Naturmedizin verwendet. Auch wird er bei Hirnerkrankungen, auch Hirntumoren, eingesetzt. |
| Im Süden des Landes wächst außerdem die Kokospalme. |
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| Am imposantesten mutet zweifellos die Große Moschee unweit vom Hafen Mina Qaboos an, die zu den größten Moscheen der Welt gehört. Sie ist die einzige, die auch Nichtmuslime besuchen dürfen, und zwar von Montag bis Donnerstag! (Der Freitag ist bekanntlich der „Sonntag“, der Feiertag also, der Muslime) Sie wurde von drei Architekten entworfen und erbaut: einem Omani, einem Saudi und einem Engländer. (Wahrscheinlich war auch er ein Moslem mit englischem Pass). Ihre Planung nahm zwei Jahre und die Bauzeit weitere 6 Jahre in Anspruch! (Ob die Drei viel gestritten haben???) Zur Jahrtausendwende (nach christlicher, nicht nach muslimischer Zeitrechnung!) war sie fertig gestellt. Verwendet wurden unter anderem Marmor aus Griechenland und Italien, sowie Mahagoni und Teakholz aus Indien. Der riesige Teppich aus Persien, selbstredend handgeknüpft, nimmt allein eine Fläche von 4300 qm ein! Er besteht aus 27 verschiedenen Naturfarben. An ihm haben 600 Frauen vier Jahre lang gearbeitet. Der Kronleuchter, acht Tonnen schwer, stammt aus Österreich (Firma Swarowski!). |
| Betritt man das weitläufige Gelände der Großen Moschee mit ihrer goldenen Kuppel, über die „ein weißgraues Netz“ aus gleichem Baumaterial wie „geworfen“ erscheint, mit seinem gestuften und in seinem oberen Anteil durchbrochenen Minarett, mit seinen Toren, seinen Höfen, seinen Arkaden, seinen überkuppelten Nebenräumen und seinen gepflegten Gärten, so kann man sich durchaus vorkommen, als befände man sich in unmittelbarer Nähe des Paradieses. In einer geradezu erhabenen Stille, welche lediglich unterbrochen wird vom melodischen Gesang der Singvögel, die sich in den Büschen aufhalten, wandelt man über glatte Steinböden mit geometrischen Mustern. In durchgehendem Grau-Weiß schimmert der riesige Bau in der flirrenden Sonne. Die elegante Pracht in seinem Inneren raubt einem den Atem. Sie zu schildern übersteigt meine Fähigkeiten. Lange wandern wir in diesem fast übergroßen und doch so harmonischen Raum umher, betrachten bewundernd die einzelnen geschmackvoll ausgeführten Kunstwerke, wie den beeindruckenden und so kunstvoll gestalteten Mihrab (die Gebetsnische), der immer in Richtung Mekka ausgerichtet sein muss, die prachtvoll geschnitzten Türen, die wunderbar schimmernden Glasfenster, die mehrfarbigen Bögen aus Marmor, die dekorativen Wände, das unglaubliche Gewölbe und natürlich Swarowskis großes, schweres „Werk“! Immer sollte eine größere Moschee in der Höhe überwölbt sein, damit die Stimme des Imam auch in der hintersten Reihe der Männer und bis in die Empore hinauf, wo sich die Frauen aufhalten, zu verstehen ist. Heute, im Zeitalter des Mikrophons, hat das Gewölbe seinen ursprünglichen Sinn verloren. Es ist nur noch schön und erhaben! |
| Nein, beschreiben kann ich die Schönheit der Großen Moschee nicht! Doch es tröstet mich, dass auch modernen Architekten nicht nur glatte und nüchterne Formen einfallen, sondern dass sie im Stande sind, in unserer heutigen Zeit des Funktionalismus ein solches Kunstwerk zu erschaffen! Noch ganz benommen wandele ich durch die Gartenanlage und lausche den süßen Vogelstimmen.....und denke: unsere europäischen Singvögel singen ebenso lieblich! |
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| Nun geht es hinein in die Wüste! Wir schließen uns einem Ausflug nach Nizwa, der „Silberstadt“, an. Der Oman ist ja nicht nur das Land des Weihrauchs, des Erdöls und des Erdgases, er ist auch das Land der Silberschmiede! |
| Die Stadt Nizwa war und ist der religiöse Mittelpunkt des Oman. Sie war eine der ersten Städte, deren Bevölkerung zum Islam übertrat, und hier wurde der erste Imam des Landes gewählt. Noch heute wird Nizwa als „heimliche Hauptstadt“ des Oman, auch als „Imam-Stadt“ bezeichnet. Herrschte der Sultan an der Küste, so hatten die Imame hier in der gebirgigen Wüste seit dem 8. Jahrhundert das Heft in der Hand, was auch in der großen, weitläufigen Festung, durchgehend aus Lehmziegeln errichtet (lediglich das Fundament und der Rundturm bestehen aus Naturstein), auf’s Augenscheinlichste seinen Ausdruck findet. Hier „stolpern“ wir an den schmalen Ein- und Aufgängen über zum Glück vergitterte „Fußfallen“, eine hinterhältige Abwehr der Imame gegen Feinde, die bei Eindringen viele Meter in die Tiefe stürzten! Sicherheitshalber überqueren wir sie mit einem großen Schritt! Kein Wunder also, dass es bei diesen Machtkämpfen immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Imamen und dem jeweiligen Herrscher kam. Aus der europäischen mittelalterlichen Geschichte kennen wir derlei zu gut! 1954 jedenfalls flammte der Zwist zwischen dem alten Sultan Al Said und den Imamen erneut auf. Nur mit Hilfe der Engländer konnte sich der Herrscher durchsetzen und bekam so 1959 die Stadt Nizwa endgültig in seine Hand. |
| In dieser frommen Stadt tragen die frommen Omani einen Vollbart. Die älteren frommen Männer leiden durchweg an einem mangelhaften Sehvermögen – wenn sie nicht fast blind sind – denn es ist ihnen verboten, eine Sonnenbrille zu tragen. Bekanntlich greift grelles Sonnenlicht den Sehnerven an (aus diesem Grunde konnte ich eine meiner beiden mitgeführten Sonnenbrillen, die ich normalerweise im Auto benutze, nicht gebrauchen. Mit ihr allein wäre ich die ganze Reise über aufgeschmissen gewesen). |
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| Die Strasse durch die Wüste folgt einer uralten Karawanenstrasse, die nach Saudi Arabien führt. Übrigens darf auf den Autobahnen die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Km/h nicht überschritten werden! Nur ausnahmsweise sind in diesem Land 140 Km/h erlaubt. Wir fahren durch das vollkommen kahle, zerklüftete Al-Hadjar-Gebirge, ein Gebirge vulkanischen Ursprungs, das 70 Millionen Jahre alt ist, und in dem seit urdenklichen Zeiten Kupferabbau betrieben wurde. Hier hausen Hasen, Vipern, braune Ratten und der helle Skorpion, der giftiger ist als der dunkle. Außerdem finden sich Schakale und Bergziegen mit langen Haaren, Gazellen und der immer seltener werdende Bergleopard. Zwei Eiszeiten hat diese Region durchgemacht. Anlässlich der Erdölbohrungen hat man nämlich fossile Teile von Eichen gefunden. Damit erklärt sich wohl auch, dass sich das Paradies, von dem in allen Mythen der alten Völker die Rede ist, auf der Insel Bahrain befunden haben soll. Dort sprudelten Süßwasserquellen, und Flüsse durchzogen die Insel, um sich in das Meer zu ergießen. Dort lebten unzählige Tierarten, die sich in dem dichten Pflanzenbewuchs tummelten. Und dort wurden Spuren einer 5000 Jahre alten Kultur gefunden. |
| In den Oasen, an denen unser Weg vorbei führt, finden sich ausgedehnte Dattelhaine, die mittels eines ausgeklügelten Kanalsystems bewässert werden und in der teilweise auch heiße Quellen sprudeln. Früher wurden die Oasen nicht bewohnt. Die Beduinen-Stämme bekämpften sich untereinander um das Wasser. Heute gibt es dort Beton, Wasserleitungen, Strom und Television. |
| Schließlich überqueren wir einen Pass. Brauchte man in alten Zeiten mehrere Tage, um von Muscat nach Nizwa zu gelangen, so gelingt einem dies heutzutage in wenigen Stunden. |
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| Während der Fahrt erfahren wir wieder Interessantes aus dem geheimnisvollen Oman: Wie erwähnt entthronte der jetzige Sultan 1970 seinen Vater und ergriff seinerseits die Macht. Zu diesem Zeitpunkt gab es in dem ganzen großen Land, das ja weit in den Süden hinein reicht, lediglich drei Koranschulen. Heute wird in 1045 normalen Schulen unterrichtet, und es gibt eine Universität, an welcher der Anteil der studierenden Frauen 62% ausmacht, zu der Ausländer jedoch nicht zugelassen sind. Die Frauen sind in der Regel berufstätig, auch die Frauen aus den reichen Familien! Hat man sein Studium hinter sich, so findet man oft auch einen auch Job in den Ministerien. Die Beamten dort arbeiten von 8 Uhr 30 bis 13 Uhr 30. Dann haben sie Feierabend! Davon träumt der leistungsbesessene Westen nur! |
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| Natürlich interessiert einen „Westler“ immer die Stellung der Frau in einem muslimischen Land. Ungeachtet ihrer Berufstätigkeit und einer Lebensweise, die von moderner Technologie bestimmt wird, folgt auch die omanische Frau selbstverständlich alten Traditionen. Zum Beispiel sitzt die Frau in einem Taxi immer vorn, nie zusammen mit Männern in Fond des Wagens. Auch fährt sie immer in Begleitung ihres Vaters, ihres Bruder oder ihres Ehemanns. Hier in Oman gilt noch die Vielehe – in der Regel darf ein Mann nach den Anweisungen Mohammeds vier Frauen heiraten! Der Sultan hat allerdings nur eine Frau, und von der ist er obendrein geschieden! Dafür besitzt er drei Flugzeuge! Sein Vater, der später im Londoner Exil verstarb, hatte noch 100 Frauen! |
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| Und da wir schon bei den beiden wichtigsten Themen auf der Welt sind, nämlich Geld und Liebe, so möchte an dieser Stelle gleich auf die für uns so exotischen Heiratstraditionen eingehen: |
| Was also die Eheschließung anbetrifft, so ist bekanntlich in muslimischen Ländern vom Bräutigam ein Brautgeld für die Braut, die er zu ehelichen gedenkt, zu bezahlen, dessen Höhe von den Eltern der Brautleute ausgehandelt wird. Hier in Oman kostet eine Frau umgerechnet 7000 Euro. Bei reichen Leuten bewegt sich das Brautgeld selbstverständlich auf einem deutlich höheren Level! Eine arabische Jungfrau kann allerdings auch heute noch locker 30 000 bis 40 000 Euro wert sein, und die müssen hingeblättert werden! Das Brautgeld ist ein uralter Brauch und zeigt den Wert einer Frau an, die mitnichten als eine Sklavin zu betrachten ist, wie man meinen könnte, die, mindert sich ihr Wert zum Beispiel durch Krankheit oder Einbusse der Arbeitskraft, sozusagen „ausrangiert“ wird. Immerhin soll sie ja als Gebärerin neuen Lebens und Erziehung der Kinder die Familie in die folgende Generation hineinführen. Daher hat sie auch einen entsprechenden Status in der Familie, der natürlich noch steigt, wenn sie einen Sohn geboren hat! Dennoch: warum ist das Heiraten auch heutzutage noch so teuer? Nun, der Bräutigam (oder sein Vater, natürlich) muss zusätzlich zum Brautgeld auch noch Kleidung, Parfum, Gold und noch eine ganze Reihe andere Gegenstände für das Fest beschaffen. Auch die Schwiegermutter muss entsprechend ihrer gesellschaftlichen Stellung bedacht werden. Sie wird sozusagen „auch gekauft“, wenn man so will, und erhält Kleider, Geschirr und ...Schmuck!. Zum Hochzeitsfest werden oft Hunderte von Leuten eingeladen. Also, preiswert ist das Heiraten am Golf von Oman, wie auch am persischen Golf, jedenfalls nicht! |
| A propos Schmuck: Das Vermögen einer Beduinenfrau bestand stets in Gold- und Silberschmuck, den sie vorwiegend anlässlich ihrer Heirat erhielt. Reichlich Gold- Silberschmuck zu besitzen und sich auch bei entsprechenden Gelegenheiten geschmückt zu zeigen ist auch heute noch für eine arabische Frau von außerordentlichem Belang. In früheren Zeiten war Henna der Schmuck der armen Frau, die es sich nicht leisten wollte oder konnte, als „ein armes Mäuschen“ dazustehen. Heute ist die Bemalung von Händen und Füßen mit Henna, in manchen Ländern auch des Gesichts, zu einer reinen Dekoration geworden. |
| 2 ½ Monate muss sich eine Witwe nach dem Hinscheiden ihres Ehemannes gedulden, bevor sie sich wieder verheiraten darf. Damit wird sicher gestellt, dass der Verstorbene der Vater des Kindes ist, mit dem sie unter Umständen schwanger geht. Ähnlichen Ursprungs ist ja auch unsere westliche Sitte der Einhaltung des Trauerjahres. |
| Verstirbt eine Person, so, muss der Leichnam innerhalb von weniger als 7 Stunden bestattet werden, was im Hinblick auf die Hitze eine sinnvolle Tradition ist. Kühlhäuser kannte man ja früher nicht. Er wird gewaschen, in ein weißes Tuch geschlagen (Weiß ist ja die Farbe der Reinheit) und meist nur mit Steinen bedeckt . |
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| Nizwa gleicht einem gemütlichen Landstädtchen, welches man vom Wehrgang der Festung aus gut überblicken kann. Vor den kahlen Bergen leuchten die Moschee und die hellen niedrigen kubischen Häuser in der gleißenden Sonne. Der Soukh ist eher ein bisschen armselig, und außerdem geraten wir schon in die Siesta-Zeit. In einem sehr hübsch angelegten, kühlen Hotelgarten, bepflanzt mit Bäumen und Büschen, genießen wir nach einem guten Mittagessen den arabischen Kaffee, versetzt mit Kardamon, was absolut gewöhnungsbedürftig ist! Außerdem wird der arabische Kaffee auch mit Zusätzen von Rosenwasser oder Safran genossen!! Das habe ich aber nicht gkostet. |
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| Die Reiskultur in Oman stammt aus Indien, womit wir nun beim Thema Gastarbeiter wären. Sie machen auch in diesem Land 80% der Bevölkerung aus, und 90% von ihnen kommen aus Indien! Alle zwei Jahre benötigt ein Gastarbeiter ein neues Visum. Ohne die Inder, die oft und allenthalben Coffee-Shops und Restaurants betreiben, würden die „Expats“ (Expatriates), nach Aussagen unseres indischen Reiseführers, verhungern! Insbesondere in der Zeit des Ramadan, wo man als Ausländer sozusagen verloren wäre! Man sagt, die Inder betrieben ihre Imbissstuben selbst auf dem Mond, was für ihre Geschäftstüchtigkeit spricht. In Oman muss man also neben Arabisch und Englisch auch Hindi verstehen. |
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| Wie Jedermann weiß, ist das Kamel d a s Tier der Wüste. Die Beduinen, inzwischen sesshaft geworden, betreiben Kamelfarmen und züchten die besten Rennkamele. |
| Ein Kamel wird etwa 25 Jahre alt – wenn es nicht, als Schlachtkamel gehalten, vorher gewaltsam das Zeitliche segnet. Kamelfleisch ist äußerst beliebt. Das Dromedar – so eigentlich die richtige Bezeichnung – ist im Stande ohne weiteres 100 Km am Tag zurück zu legen. Das junge Kamel trinkt 4 Jahre lang an der Mutter. Verliert die Mutter ihr Junges – zum Beispiel durch Schlachtung – so gibt sie keine Milch mehr. Lässt man sie jedoch an der Haut ihres geschlachteten Babys riechen, füllt sich sofort wieder ihr Euter, und es lässt sich die für die Beduinen einst für das Überleben so wichtige Kamelmilch gewinnen. |
| Vereinzelt werden noch Esel gehalten. Doch sie sind selten geworden. Abgelöst wurden sie vom weitaus bequemeren „Pick up“! |
| Überraschenderweise lieben die Omani auch den Stierkampf! Hier im Land wird er jedoch nicht nach den spanischen Regeln ausgetragen: Kampf des Tieres gegen den Menschen, wobei der Stier am Ende immer den Kürzeren zieht und sein Leben lassen muss. Hier kämpfen stets zwei Stiere gegeneinander, und sie bleiben auch am Leben. Wahrscheinlich sind sie kostbar und teuer! |
| Und wie geht es den alten Menschen hier in Oman? Man mag es kaum glauben, aber die Rente ist im vergangenen Jahr um 40% (!) gestiegen! |
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| Die Ölvorräte des Oman werden, so die Schätzung, nur noch 20 Jahre lang vorhalten. Dafür gibt es Erdgas ohne Ende! dieses Land wird also – so Allah will - noch lange ein reiches Land bleiben. |
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| Zurück in den persischen Golf durch die Strasse von Hormuz. Da wir sie am Tag befahren, können wir in der Ferne das hell in der Sonne leuchtende Ufer des Iran ausmachen (mit dem die V.A.E. durchaus im Streit liegen). Unser nächstes Ziel ist das Emirat Abu Dhabi. |
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| Abu Dhabi ist das Größte und Reichste der sieben Vereinigten Arabischen Emirate. Zu ihm gehören 200 Inseln, wovon die meisten unbewohnt sind. Vor mehr als 30 Jahren erfuhr ich zum ersten Mal, dass das Thermometer in Abu Dhabi im Sommer auf 48 – 50 Grad steigt, und das, wie schon eingangs erwähnt, bei einer Luftfeuchtigkeit von 80%. Dass es mich eines Tages in ein so heißes Land verschlagen würde, wäre mir damals ein völlig verrückter Gedanke gewesen. Selbst heute ist es für einen sich in erfrischender Kälte wohl fühlenden Europäer kaum vorstellbar, dass sich sogar das Wasser des Golf in den Sommermonaten bis auf 40 Grad erwärmt! Dann fließt auch 40 Grad heißes Wasser aus der Wasserleitung und wird erst benutzbar, nachdem es heruntergekühlt wurde! Selbst im Winter wird das Wasser des Golf nicht „kälter“ als 18 Grad! |
| Von November bis April bewegt sich die Lufttemperatur zwischen 17 Grad und 29 Grad. Das ist die Zeit, da der Tourismus boomt, der nach dem Tod des beliebten Scheich Zayed von seinem Sohn, Chalifa, angeworfen wurde. Hier regnet es ungefähr 8 mal im Jahr, und das in den Wintermonaten. |
| Die Araber kennen statt vier Jahreszeiten deren sechs, denn sie unterteilen sowohl den Frühling wie den Herbst. Da wir uns derzeit – Mitte Februar – im Vorfrühling befinden, ist die Temperatur angenehm und bewegt sich zwischen 23 Grad und 26 Grad. |
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| Es gibt keine Motorräder, es gibt keine Hunde, es gibt keine Katzen! Und es gibt keine fliegenden Händler! Warum? Es ist einfach zu heiß: Sowohl für die Motorradfahrer in ihrer Lederkluft, wie für diese Haustiere. Und die Händler machen ihre Geschäfte in den Soukhs, den überdachten, kühlen Märkten. Sehr selten werden Wachhunde gehalten, die wahrscheinlich robust genug sind und sich auch nur im Schatten aufhalten. Außerdem sind für Muslime Hunde ohnehin unrein. Gastarbeiter halten allerdings oft Tiere, wie wir hören. |
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| Von den sieben Emiraten besitzen vier das „Schwarze Gold“. Als um 1950 die Suche nach Erdöl in dieser Region begann, wurden die heute geltenden schnurgeraden Grenzen festgelegt und in den Karten eingezeichnet. Alle Emirate waren bis 1960 ausschließlich Wüste! Heutzutage fördert Abu Dhabi 200 Millionen Gallonen Erdöl pro Tag, eine unglaubliche Menge! Dabei soll sich dieses Emirat noch eines Vorrats für 100 Jahre erfreuen! Was das Erdgas angeht, so steht Russland hinsichtlich seiner Vorkommen an erster Stelle. Ihm folgt der Iran (dessen Erdölreserven nicht mehr allzu lange vorhalten sollen). Und schon an 3. Stelle rühmt sich das Emirat Abu Dhabi unendlich großer Vorräte. Jahrtausende lang wanderten die bitterarmen Beduinen durch diese menschenfeindlichen Wüstenländer, und nun dieser unvorstellbare Reichtum an „schwarz-goldenen“ Bodenschätzen, von denen wir alle abhängig sind! Man ist versucht, an eine ausgleichende Gerechtigkeit zu glauben, die wir doch eigentlich so oft vermissen! |
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| „Abu Dhabi“ bedeutet „Vater der Gazelle“. 1761 entdeckten Angehörige eines Beduinenstamms auf einer flachen Sandinsel vor der Küste eine Gazelle an einem Wasserloch. Eine Siedlung wurde errichtet, die ab 1793 Sitz des Scheichs und späterhin zunächst eine Festung, dann Hauptstadt des gleichnamigen Emirats wurde. Das Emirat selbst ist eigentlich erst 40 Jahre alt. Als man in den 60iger Jahren das Erdöl entdeckte, lebten hier gerade einmal 5000 Menschen. Heute sind es über 1 Million, und die sehr westlich geprägte Stadt ist über zwei Brücken mit dem Festland verbunden. Wegen ihrer mehr als 20 Parks und Gärten trug Abu Dhabi den Namen „Gartenstadt der V.A.E.“ Viele auswärtige Gewächse wurden von den Bewohnern der Emirate importiert, so zum Beispiel Flammenbäume aus Madagaskar, Jakarandas aus Brasilien und Korallenbäume aus Afrika. Heute hat Al-Ain, das auch wir besuchen werden, der Hauptstadt diesen ersten Rang einer Gartenstadt abgelaufen. Doch was Macht, Reichtum, Luxus und Verschwendung angeht, da steht diese von Allah mit allen weltlichen Gütern gesegnete Stadt ganz, ganz vorn! Auch hier ragen sie zuhauf in den Himmel, die „Sky Scrapers“, die „Himmels-Kratzer“, Sinnbilder der ungeheuren Finanzkraft in dieser Stadt, denn von „Wolkenkratzern“ im engeren Sinne kann man in einer Gegend wohl nicht reden, wo der Himmel stets wolkenlos ist. In Abu Dhabi und in Dubai haben 53 000 US-Millionäre ihren Wohnsitz! Und womit schmeißt man sein Geld raus? Bestimmte Autonummern werden, um ein Beispiel anzuführen, für Millionen verkauft! Es herrscht ein regelrechter „Untergrundhandel“ mit schicken Autonummern, z.B. „Abu Dhabi 5“! |
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| Chalifa Bin Zayed, der Scheich von Abu Dhabi, ist der Präsident der V.A.E. Der Vizepräsident kommt aus Dubai (dessen Erdölvorräte nach heutigem Ermessen nach 20 Jahren versiegt sein werden, weshalb das Emirat rechtzeitig auf Tourismus setzte.) Der Sinn dieser Vereinigung ist die gegenseitige Unterstützung der sieben Emirate – sozusagen die Schaffung eines Ausgleichs zwischen den Erdöl- und Erdgas fördernden Emiraten und jenen, denen diese Gabe Allahs versagt blieb. Sie allerdings revanchieren sich mit dem Anbau von Früchten wie Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Ananas, Kartoffeln, Auberginen und Süßkartoffeln. Bananen werden aus den Philippinen eingeführt, und die Papayas aus Indien. Europa hat hier nichts zu melden! Dubai seinerseits ist vorwiegend das Handelszentrum dieser Region. |
| Alle sieben Emire sind untereinander gleichberechtigt, was die Außen- und die Militärpolitik anbetrifft. Eine Wehrpflicht gibt es nicht. Der Supreme Council besteht seit 1976. |
| In Abu Dahbi gibt es zwar keine Parteien, aber es gibt immerhin ein Parlament, dessen Präsident selbstredend der Herrscher ist! So ähnlich ging es bei uns noch im 19. Jahrhundert zu! |
| Da die Emirate sehr reiche Länder sind haben sie verständlicherweise auch wenig soziale Probleme. Unruhen, Streiks gibt es praktisch nicht, und die Kriminalität sei sehr gering, hören wir. Offiziell gibt es auch keine Arbeitslosen. In Banken und Ministerien werden durchschnittlich 1500 Euro verdient – selbstredend entfallen die Steuern! Natürlich! Dennoch kann man 60% der Einwohner des Emirats als „reich“ bezeichnen! |
| Mit Erreichung des 60. Lebensjahres erhält jedermann eine Pension vom Staat. |
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| Bei allem Reichtum kann der Luxus ohne die Gastarbeiter nicht gelebt und genossen werden! Sie machen 85% der Einwohner Abu Dhabis aus. Davon leben 1,1 Millionen Inder und 80 000 Pakistani im Emirat. Dann folgen Iraner (die aber hauptsächlich in Dubai arbeiten, und sich vorwiegend mit Teppich- und Gewürzhandel beschäftigen), Philippinos, Libanesen und weitere 145 Nationen. Darunter finden sich viele Europäerinnen, die hier allein leben und arbeiten, auch Amerikanerinnen. Die Lehrerinnen kommen oft aus Ägypten, Syrien und Algerien. Etliche Gastarbeiter bekamen eine „Bürgerschaft“, insbesondere Inder, Jemeniten und Omani. Doch es ist außerordentlich schwer, die Staatsbürgerschaft der Emirate zu erhalten. Zunächst muss man 40 Jahre lang hier gearbeitet haben. Dabei wird ein Visum jeweils nur für sechs Monate gewährt – ausnahmsweise maximal für drei Jahre. |
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| Die Gastarbeiter verdienen im Durchschnitt 1000 Euro, ein Bauarbeiter, in der Regel ein Pakistani, 100 bis 120 Euro im Monat. In Indien sind das 6000 Rupien und verhältnismäßig gutes Geld. Hier allerdings kostet schon eine kleine Wohnung 600 Euro Miete (ein Eigentums-Etagenstudio, also das, was wir 1- Zimmerappartement nennen, kostet 60 000 Euro). In Dubai ist es noch teurer. Daher machen die Gastarbeiter üblicherweise ein room-sharing, d.h. drei Männer teilen sich ein Zimmer und schicken das erübrigte Geld nach Hause. Übrigens sehen wir viele Pakistani in den Strassen. Man erkennt sie an ihrer Tracht: den hellen glatten langen Hosen und dem gleichfarbigen Kaftan. Alle angestellten Gastarbeiter sind automatisch versichert, Freiberufler sind es nicht. |
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| Wird der Bauchtanz, eine Tradition des arabischen Kulturraums auch am Golf gepflegt? Damals, Ende der 70iger und Anfang der 80iger Jahre lernte ich ihn in Tunesien und in Kairo kennen. In einer Zeit, als von Fundamentalismus in der islamischen Welt noch nicht die Rede war, traten die Tänzerinnen durchaus in kleineren und größeren Hotels und Restaurants zur Unterhaltung der Gäste beim Abendessen auf, von traditionellen Festen, auch Nachtclubs, einmal ganz abgesehen. In den frommen Emiraten gäbe es keine Bauchtanzschulen, klärte uns der ägyptische Reiseführer, selbstverständlich auch er ein Expat, auf. „Bauchtänzerin“, das sei eher ein „Negativ-Beruf“! Aber natürlich gibt es Bauchtanz. Mithin sind die Tänzerinnen Gastarbeiterinnen und rekrutieren sich aus Ägypten, Syrien, dem Libanon und aus Russland. |
| Kehrt ein Gastarbeiter, der hier im Emirat Abu Dhabi in Lohn und Brot stand, endgültig in seine Heimat zurück, wird er von seiner Versorgungskasse abgefunden. |
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| 50% der Einwohner von Abu Dhabi sprechen arabisch, daneben gelten Englisch, Urdu, Paschtu und Hindi als geläufige Sprachen! Jedermann weiß, dass sich alle arabischen Nationen untereinander in arabisch verständigen können – vom Orient bis hin zum Maghreb - wobei sich die Einwohner jeweils arabischer Dialekte – oder soll man besser sagen: Eigentümlichkeiten? – bedienen. Heute wird in 22 Ländern arabisch gesprochen. Davon liegen 10 Länder in Afrika und 12 Länder in Asien. Insgesamt 320 Millionen Menschen sprechen arabisch! Das Hocharabische, so hören wir, sei eine sehr schwere Sprache. Was nicht Jedermann weiß – und ich wusste es auch nicht – ist, dass außer den Gelehrten einzig die Beduinen über die vielen Jahrhunderte hinweg das Hocharabische gesprochen haben! Die Schrift beherrschten sie natürlich nicht! Diese Kunst blieb bis zum heutigen Tag ausschließlich den Gelehrten vorbehalten. |
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| Der arabischen Liga gehören 22 Mitgliedstaaten an, davon sind 21 Nationalstaaten. Nummer 22 ist.........das geschundene Palästina, das noch immer um seine Staatenbildung kämpft! Der Sitz der Arabischen Liga befindet sich in Ägypten. |
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| Hier gibt es keine Eisenbahn, keine Metro, aber es gibt das Automobil! Hier fahren sie, die großen Wagen, die vorwiegend aus Japan eingeführt werden. Ein deutsches Auto habe ich auf der Reise nicht gesehen, auch keinen Mercedes. Wer die Strasse beschmutzt zahlt eine saftige Strafe – umgerechnet bis zu 1000 Euro. Auch in Abu Dhabi besteht eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Km/h auf den Fernstrassen, die Radarfalle fängt einen allerdings erst bei 140 Km/h ein. Kommt es zu einem Crash mit einem Kamel, wird es teuer: handelt es sich um einen Hengst, so hat der Fahrer dem Besitzer des Tieres 3000 Euro hinzublättern, handelt es sich hingegen um eine Stute, so beläuft sich die Summe auf 6000 Euro! |
| Ein Gebrauchtwagen ist schon für 1000 Euro zu haben. |
| Überflüssig zu erwähnen, dass Alkohol in den Emiraten strikt verboten ist! Rauchende Emirati habe ich nicht gesehen. |
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| Gehört ein Brautpaar nicht zu den Reichen oder Superreichen, so spendet ihm die Regierung zur Hochzeit 14000 Euro und ein Haus. Diese Geschenke entfallen, wenn ein Partner der Ehe-Willigen ein(e) Ausländer(-in) ist. Auch bei der Mehrehe, die in den Emiraten, ebenso wie in Oman, gemäß den Regeln des Koran erlaubt ist, wird nur für die Hochzeit mit der ersten Frau bezahlt! Also kein Haus für jede Frau extra! Eine Mehrehe lohnt sich mithin für „ärmere Leute“ nicht. Heiratet der Einheimische eine geschiedene (einheimische!) Frau als seine erste Frau, so bekommt er von der Regierung 18000 Euro zur Hochzeit. Wünscht ein Mann zwecks einer Mehrehe eine weitere Frau zu heiraten und wird diese die „Neue“ von seiner ersten Frau (seinen anderen Frauen) nicht akzeptiert, so muss diese sich scheiden lassen! Ob sich dann gleich drei Frauen auf einem mal scheiden lassen, wenn sie die Vierte zu schrecklich finden, davon habe ich nichts gehört, wohl aber, dass es in Abu Dhabi einen Taxifahrer gibt, der 20 Kinder haben soll! |
| Eine durchschnittliche Familie besteht in Dubai und in Abu Dhabi aus 6 – 7 Personen, in den übrigen Emiraten aus bis zu 20 Personen. Ansonsten ist auch hier das Heiraten schweineteuer. Eine Hochzeit kann bis zu 40 000 Euro kosten!!!! |
| Heiratet ein Einheimischer eine Ausländerin, so muss die Frau sich nicht unbedingt zum Islam bekehren sondern darf ohne weiteres Christin (oder welcher Religion sie sonst angehört) bleiben. Dennoch wird sie eine Einheimische. Andersherum verhält es sich umgekehrt!: heiratet eine Einheimische einen Ausländer, so wird der zwar ein Moslem, bei weitem aber nicht einheimisch! In beiden Fällen werden die Kinder Muslime und einheimisch! |
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| Ansonsten herrscht Religionsfreiheit. So gibt es in den Emiraten durchaus Kirchen, Hindutempel und Tempel für die Sikhs. Gesehen habe ich dergleichen nicht, denn sicher sind sie so winzig, geduckt und versteckt, wie bei uns die Moscheen, oder wie in türkischer Zeit die Kirchen in den von den Osmanen beherrschten christlichen Ländern. (Südosteuropa, Ägypten/Kopten)). Hingegen sieht man auch hier wunderschöne Moscheen mit großen blauen und goldenen Kuppeln und jeweils mit 2 bis 4 bezaubernden Minaretten. Die Scheich-Zayed-Moschee, die wir natürlich nicht betreten dürfen, ist die 3. größte Moschee der Welt. Die größte Moschee steht in Saudi Arabien, die zweitgrößte in Casablanca. Die zum Gedächtnis des äußerst beliebten Scheichs errichtete Moschee ist mit dem größten Teppich der Welt – natürlich geknüpft im Iran – ausgelegt. Sie wurde 2007 fertig gestellt. |
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| Verdient ein Einheimischer nicht mehr als 2000 Euro im Monat, erhält er ein Darlehen, das mit 0,5% zu verzinsen ist. Ach, wo leben wir armen Westler denn???? |
| Selbstverständlich sind das Schulsystem und die Inanspruchnahme der Krankenhäuser kostenlos. Eine Koedukation gibt es in den Schulen natürlich nicht. Es gibt sie aber auch nicht an der Universität!!! Acht Fakultäten bietet die hiesige Universität. 70% der Studierenden sind Frauen. Auch sie arbeiten nach dem Studium vorwiegend in den Ministerien. |
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| Sultan Zayed hat für die Beduinen, die noch zu seiner Zeit in Haarzelten wohnten, bestenfalls in Oasen sesshaft geworden waren, Häuser gebaut. Bezeichnenderweise wünschten die Beduinen in der Wüste zu wohnen, also bekamen sie ihre Häuser dort hingesetzt. Außerdem erhielt jede Familie drei Gärten (hier spricht man von Farmen): einen für Dattelpalmen, einen für Obst, einen für Gemüse. Heute gibt es auch im Emirat Abu Dhabi keine Wanderbeduinen mehr, dafür Wasserleitungen, Strom und TV in der Wüste. |
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| Die Fahrt nach Al-Ain, der oben bereits erwähnten wunderschönen Gartenstadt, führt durch Sandwüste. Rechterhand türmen sich die Sanddünen (Wanderdünen) auf. Ist der Sand cremefarben, so ist der Boden unter ihm kalkhaltig. Ist er rötlich, so enthält er Eisen. |
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| Im Emirat leben Gazellen, Antilopen, Hasen, Skorpione, 10 Arten von Schlangen und einige sehr giftige große Spinnen. Leoparden? Vereinzelt gibt es sie noch, diese wunderschönen gefleckten Großkatzen. Sie leben auf den unbewohnten Inseln des Emirats. |
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| Bis über die Mitte des vergangenen Jahrhunderts hinaus dauerte eine Reise von Abu Dhabi nach Al-Ain auf dem Kamel 5 Tage. Heute erreicht man die bezaubernde Oasenstadt mit dem Auto in zwei Stunden. Der Name Al-Ain bedeutet „Das Auge“, aber auch „Große Quelle“. In diesem unter der gleißenden Sonne in hellem Gelb erstrahlenden kleinen Stadt lassen sich prächtige, ein- bis zweistöckige Villen, auch Paläste, inmitten großer schattenspendender Gärten ausmachen. Al-Ain wurde erst 1977 an der Stelle eines „Fleckens“ an einer der großen Karawanenstrassen angelegt und vermittelt den Eindruck eines behaglichen Landstädtchens, in der die schmucken Minarette wie schlanke Finger gen Himmel zeigen. Viele reiche Emirati haben hier ihre Häuser. Außerdem gibt es eine amerikanische Universität. |
| Wir kommen an einem niedrigen, einfachen Maschendrahtzaun vorbei, der schnurgerade und absolut belanglos im Sand verläuft: die Grenze zu Oman! Abu Dhabi befindet sich nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sultanat am omanischen Golf sondern grenzt auch an Saudi Arabien und Katar. |
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| Hinter Al-Ain besuchen wir eine Ausgrabungsstätte des Archäologischen Parks Hilli, in dem Überreste von 5000 Jahre alten Gräbern aus der Magan-Kultur zu besichtigen sind. Der Park ist hübsch angelegt: Weitläufige englisch gepflegte Rasenflächen, ein einziges Blumenbeet, Dattelpalmen und exotische Bäume, ein Brunnen gar, ...... und die sandige Wirklichkeit der Wüste wird zu einer Fata Morgana! Oasen sind stets ein Paradies! Ich für meine Person fand eigentlich den Turnunterricht einer Mädchenschule, welcher gerade dort ablief, mindestens ebenso beeindruckend: die etwa 12 Jährigen rannten und sprangen in braver Turnkleidung durch die Hitze, etliche bereits mit Kopftuch! Andere hatten sich eine Baseballmütze über ihren Haarschopf gestülpt. Was aber die Sportlehrerinnen angeht, so trugen sie über dunklen Hosen jeweils eine ebenso dunkle anorakähnliche lange Jacke. Ihre Haare waren in eine dunkle Schila gehüllt und darüber „sonnte sich“ eine Baseballkappe. Der Höhepunkt war allerdings eine in eine fußlange schwarze Abayah gekleidete, völlig verschleierte weibliche Person, von der lediglich das Augenpaar zu erahnen war, und auf deren Haupt die Baseballmütze ihre Zugehörigkeit zum Sport-Team signalisierte! Ein weiblicher Dschinn (=Geist, Dämon), der streng und unerbittlich über Anstand und Sitte Wache hielt! |
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| Sodann wird ein Kamelmarkt besucht, der auf mich einen sehr traurigen Eindruck machte, mir fast weh tat. Entweder auf einer engen sandigen Koppel in der glühenden Sonne mehr oder weniger zusammengepfercht, oder einzeln mit zusammengebundenen Vorderbeinen angepflockt, oder – schlimmer noch – mit in den Kniegelenken zusammengebundenen Beinen auf der Laderampe eines Pick ups liegend .......Kamele! Kamele! Und nochmals Kamele! Es ist davon auszugehen, dass Tiere, gerade diese Wüstentiere, nicht so empfindlich sind wie wir Menschen, aber kennen wir ihre Leidensfähigkeit? Die Händler, die auf diesem sandigen Markt ihre Tiere anbieten, kaufen und verkaufen, kommen nach Aussagen unseres Reiseführers vorwiegend aus dem Sudan und aus dem Jemen. In ihren weißen Djiballas, die Kefiye auf dem Kopf, umkreisen die kaufwilligen Interessenten in ihren Pick ups die Tiere und wirbeln reichlich Staub auf. Manche hocken auch zu zweit oder zu Dritt auf den Boden, um zu verhandeln. Irgendwie erinnert mich die Stimmung an einen Sklavenmarkt...... |
| Ein Schlachtkamel kostet etwa 60 Euro. Kamelfleisch ist äußerst beliebt! Keine Hochzeit ohne Kamelbraten! Rennkamele hingegen sind um ein Vielfaches teurer. Eine Stute kann ohne weiteres 100 000 Euro wert sein, die Hengste sind billiger. |
| Araber lieben, wie man weiß, Wettkämpfe. An erster Stelle auf der Beliebtheitsskala stehen unangefochten Kamelrennen. Es folgen Pferderennen und die Falkenjagd. Pferde habe ich übrigens auf der ganzen Reise nicht gesehen, und Falken erst recht nicht. |
| Ein Kamel kann für Rennen trainiert werden, wenn es drei Jahre alt ist. Ist es männlichen Geschlechts, so läuft es bis zu seinem sechsten Lebensjahr. Eine Stute rennt hingegen, bis sie 12 – 13 Jahre alt ist. Ansonsten „grasen“ diese genügsamen manchmal etwas bockigen, im Wesentlichen aber gutmütigen Tiere in der Wüste, wo man sie auch frei herumlaufen lässt. |
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| Unser nächster Besuch gilt dem Königreich Bahrain, dem einzigen Inselstaat Arabiens. Einst wollte Gilgamesch, der sagenhafte König von Uruk, seinem Volk aus dem legendären Dilmun, wo sich Götter und Helden der Unsterblichkeit erfreuten, die ewige Jugend mit nach Hause bringen. Warum suchte der Held ausgerechnet in dem heutigen Wüsten-Staat Bahrain, die Unsterblichkeit? Nach den Überlieferungen der Araber befand sich hier das Paradies, in dem Süßwasserquellen sprudelten und Flüsse das Land durchzogen: ein idealer Lebensraum für viele Tierarten, ganz so, wie in der Genesis beschrieben! Sollte diese für uns heute so schwer vorstellbare üppige Flora und Fauna etwas mit der Eiszeit zu tun gehabt haben? Mehr als 170 000 Hügelgräber aus dem 3.und 2. Jahrtausend vor Christus machen Bahrain heute zur größten prähistorischen Grabstätte der Welt. Fest steht, dass die Insel – wohl der ganze Archipel? – auf eine große Vergangenheit als Handels- und Vielvölkerzentrum zurückblickt. Bis zu 40 mächtige Meter im Durchmesser erreichen die Königsgräber von Al-A’ali, die ihrer Größe wegen so genannt werden. Einst waren sie 24 m hoch! Bei unserem Besuch im Nationalmuseum zu Manama, Bahrains Hauptstadt, werden wir – neben Grabbeilagen – sowohl ein nachgebildetes freigelegtes Grab wie auch eindrucksvolle Fotografien der Gräberlandschaft in dem Gebiet der archäologischen Grabungen bestaunen. Noch längst ist nicht alles befreit von Sand und Schutt, ausgegraben, erschlossen und den Gelehrten zugänglich. Weitere 50 000 Gräber wölben die Landschaft wie unzählige Maulwurfshügel. |
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| Das Königreich Bahrain besteht aus 36 Inseln (eine von ihnen gehört Michel Jackson!) und ist dennoch nicht einmal so groß wie der Stadtstaat Hamburg. Die Gezeiten verursachen einen Meter Unterschied in der Meeresspiegelhöhe. Wie in den Emiraten Abu Dhabi und Dubai wird auch hier reichlich Land aufgeschüttet. Am eindrucksvollsten ist jedoch die 25 Km lange gewaltige und gewagte Damm- und Brückenkonstruktion, „der King Fahad Causeway“, die von Bahrain, zum Teil über Aufschüttungen, teilweise auch über Pfeiler, nach Saudi Arabien führt. Akkurat in ihrer Mitte befindet sich die Grenze zwischen den beiden Staaten. Viele Pendler aus dem kleinen Königreich benutzen diese Strasse über das Meer, um „drüben“ in dem um ein vielfach größeren und ausgedehnteren Reich des weit mächtigeren saudischen Königs ihr „Brot“ (oder sagt man hier besser: „Datteln“?) zu verdienen. |
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| Bahrain war einst ein Perlenland! Viele Generationen von Perlentauchern holten die Muscheln mit den kostbaren Schmuck-Kugeln aus der Tiefe, wobei sie bis zu drei Minuten lang unter Wasser arbeiteten, ohne ein einziges Mal Luft zu holen! Ein schrecklicher Job! Und dennoch brach über diese Menschen die Katastrophe herein, als die Japaner 1930 mit ihren so viel billigeren Zuchtperlen auf den Markt kamen! |
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| Als wir in den Hafen von Al-Manama einfahren, fallen mir als erstes mehrere Kriegsschiffe der US-Navy auf! Der Irak ist nicht weit! „Weiße Insel“ wird Bahrain auch genannt. Ist es der hellgraue Sand oder ist es die in der Sonne in Hell-Hellgrau leuchtende Skyline, denen diese so zutreffende Bezeichnung geschuldet ist? |
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| Unseren Ausflug in die Hauptstadt begleitet eine deutsche Landsmännin, deren Ehemann hier in diesem kleinen Königreich arbeitet. Beide sind also deutsche „Expats“. Von ihr erfahren wir allerhand Wissenswertes: |
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| Bahrein war der erste Golfstaat, in dem Öl gefunden wurde, wobei man ursprünglich nach Wasser gesucht hatte. Öl statt Wasser! Das erinnert ein bisschen an die Hochzeit von Kanaan! Die Bahraini fördern allerdings „nur(!)“ lächerliche 1500 Barrel Öl pro Tag, denn ihre Reserven sind nicht allzu umfangreich, was auch für das Erdgas zutrifft. (Katar wiederum, nur um ein Weniges südlicher gelegen, ist reichlich mit Erdgas gesegnet). Und ihre erste Raffinerie bekamen sie außerdem von den Saudis geschenkt. |
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| Bahrain war auch der erste Staat am Golf, der schon zu einer Zeit eine moderne Schule hatte, als „ganz Arabien“ seinen (wohl männlichen) Nachwuchs lediglich in Kornschulen unterrichten ließ – wenn überhaupt! |
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| Auch auf sportlichem Gebiet ist das Königreich ein Champion, ein Vorreiter, denn hier befindet sich, wie jeder Insider weiß, der „Bahrain International Circuit“, die Formel 1 Rennstrecke, von dem Kronprinzen in Auftrag gegeben und von dem deutschen Bauingenieur Hermann Tilke wunderbar und aufregend „in den Sand gesetzt!“ Auf ihr fand 2004 die erste Austragung statt. Insofern erfreuen sich die Deutschen eines strahlenden Außenpostens in der Wüste in der Lichtgestalt von Michael Schumacher! (Wenn diese auch allmählich ein wenig blasser wird!). |
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| In der konstitutionellen Monarchie von Bahrain ist der König Sunnit, die Bevölkerung jedoch besteht zu 70% aus Schiiten. Somit ist das Oberhaus sunnitisch, das Unterhaus schiitisch ausgerichtet. Selbstverständlich ist auch hier die Mehrehe erlaubt. Der König selbst hat vier Frauen, und eine jede von ihnen besitzt einen Palast. Die derzeitige Königin ist die dritte Frau, die von ihm geheiratet wurde. Immer ist die Hauptfrau diejenige, die den ersten Sohn geboren hat, in diesem speziellen Fall den Kronprinzen. Die Königin ist auch die einzige, die den König bei seinen öffentlichen Auftritten begleitet. Die drei anderen Ehegesponsinnen haben auf dem öffentlichen Parkett nichts zu melden (und vielleicht sind sie auch ganz froh darüber!) |
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| Auch in Bahrain gibt es ein Hochzeitsgeschenk vom Staat, sofern die Brautleute nicht zu den Reichen bis Schwerreichen gehören: Hier ist es ein Haus, das nach 25 Jahren in den Besitz der Eheleute übergeht – wenn sie zusammenhalten, nehme ich an! |
| Wenn eine junge Frau ein Kind bekommt, so kehrt sie für 40 Tage zu ihrer Mutter zurück, um von ihr die Kinderpflege zu lernen. |
| Werden die kleinen Mädchen zwei Jahre alt, so schneidet man ihnen zum ersten und einzigen Mal in ihrem Leben die Haare. Danach wird die nachwachsenden Haarpracht intensiv und mit Hingabe ein Leben lang gepflegt. Die abgeschnittenen Haare des Kleinkindes werden von den Eltern verkauft und der Erlös für arme Kinder in Arabien gestiftet. |
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| Drei Sehenswürdigkeiten sind ganz besonders zu erwähnen: Zum einen die hohen sichelförmigen hellgrauen Türme des Trade Center, die sich einander zuneigen, und die durch drei Windräder miteinander verbunden sind. Eine einmalige moderne Architektur, die mich sehr beeindruckt hat! |
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| Da ist zum zweiten die große Moschee ( die „Al-Fateh-Moschee“), deren Bau 20 Millionen US Dollar verschlang (und zu der Zeit war der Dollar etliches mehr wert!) und in der 7000 Gläubige locker Platz finden. Vor unseren Augen glänzt sie in ihrer beeindruckenden Schönheit und Weitläufigkeit, mit ihrer runden Kuppel und den beiden aufwendig verzierten Minaretten fast weiß unter dem blauen Himmel, auch sie mit Nebenräumen und Höfen, wie üblich, ausgestattet. Ihr dürfen wir Ungläubige einen Besuch abstatten, allerdings nicht bevor wir Frauen uns in eine Abaya gehüllt und die Schila über den Kopf geworfen haben. Eine sehr nette und liebenswürdige deutsche junge Studentin muslimischen Glaubens aus Bielefeld (ich denke, mit teilweisem Migrationhintergrund) die ihre Schila eng und in meinen Augen hässlich um den Kopf gewunden hat, und deren aufgenordete Schönheit leider durch eine Zahnlücke eine nicht zu übersehende Beeinträchtigung erfährt, erklärt uns den Islam, dem sie wohl durch Geburt, denke ich, angehört. Ihre engagierten und in flüssigem und griffigem Deutsch dargestellten Erklärungen unterstreicht sie durch das Anbieten von Flyern, die ich später brav lese. |
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| Die dritte Sehenswürdigkeit, die man keinesfalls verpassen sollte, sind die historisch bedeutsamen Windtürme! Einen solchen besuchen wir im „Bahraini-Haus“. Eine geniale Baukonstruktion, die weit vor die Zeit der Klimaanlagen zurückreicht, benutzt die Meeresbrise zur Gebäudekühlung, indem sie den Wind über dem Gebäude einfängt und ihn kühlend durch das Gebäudeinnere leitet. Selbstredend stellt tritt ein jeder uns aus dem durchsonnten Innenhof in den schattigen Turm und lässt sich durch ein angenehmes Lüftchen herunterkühlen. |
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| Zurück im Hafen von Dubai sichte ich ein weiteres Kriegsschiff, auf dessen bescheidenem Fähnchen ein Ahornblatt zu sehen ist. Hi! Was machen denn die kältegewöhnten Kanadier in dieser hitzigen Gegend? Die terroristischen Langfinger des Unruhelandes Irak hat also auch sie erwischt und als brave Bündnispartner des mächtigen Nachbarn in den Golf verschlagen. Wir hingegen machen uns noch einen gemütlichen Vormittag in Dubai und bereiten uns auf die Abreise vor. |
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| Himmel und Menschen in aller Herrgottsfrühe auf dem Dubaier Airport! Mitten hinein in die quirlige Menge und in unsere eigene Abfertigung erklingt durchdringend die Stimme des Muezzin und ruft zum Gebet auf! Kein Mensch lässt sich stören und arbeitet in orientalischer Ruhe und Gelassenheit weiter, denn der fromme moderne Muslim darf ja, wie wir wissen, in seinem Inneren zu Allah zu beten und sich im Geiste nach Mekka verbeugen. Schließlich würde hier alles zusammenbrechen, würfen sich die Frommen fünf mal am Tag zu Boden, um dem von dem Propheten anbefohlenen Gebetsritual zu folgen. |
| Hat man schon in München immense Strecken zu seinem Flugsteig zu bewältigen, so wird der Münchner Airport hinsichtlich seiner Laufstrecken, wie man weiß, noch von Frankfurt übertroffen. Das ist alles nichts gegen Dubai! Hier hat man das Gefühl, man befindet zu Fuß auf der Pilgerfahrt nach Mekka und kommt vielleicht erst in drei Tagen an! Der gesamte Airport gleicht einem Flüchtlingslager! Die Menschen lagern und schlafen zuhauf neben der Rennstrecke, auf der noch mehr Menschen im Trab unterwegs sind. Bei der Kontrolle auf Waffen und andere verbotene Gegenstände hat man sich seines Schuhwerks zu entledigen und dieses in eine Schale zwecks Durchleuchtung deponieren...... |
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| Gold! Gold! Gold! Es funkelt und schimmert und glitzert und gleißt! Während wir zu unserem Abflug-Gate unterwegs sind, winken uns Allahs mit Reichtum gesegnete Länder zum Abschied mit ihren nebeneinander aufgereihten und geradezu überbordendem Goldschmuck-Vitrinen zu. Als wir sie endlich hinter uns lassen und uns dem Abflugsteig nähern, geraten wir sofort in ein Tohu-Wa-Bohu, in ein Gedränge, Gedrücke und träges Geschiebe, und ich denke: „Da schwimmen sie in Öl, Allahs gesegnete Gläubige! Aber an der Organisation scheint es immer noch zu hapern!?!“ |
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| .............Auch so kann ein orientalisches Märchen enden................... |
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